Temu & Co.: Transparenz für importierte Emissionen

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Temu & Co.: Transparenz für importierte Emissionen

Zürich, 09. September 2025 – Der Verein Klimaschutz Schweiz reichte heute eine Petition mit über 11’000 Unterschriften für einen digitalen Produktpass ein. Damit soll eine gesetzlich verbindliche Transparenzpflicht eingeführt werden, die auch für E-Commerce-Riesen wie Temu gilt. Die bis zu 500’000 Pakete, die die Schweiz täglich aus Asien erreichen, dürfen nicht weiter ignoriert werden. Es braucht dringend Angaben zum Produktionsort, zu den verwendeten Materialien, zur Transportart, zur CO₂-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus (von der Herstellung bis zur Entsorgung) und zur Reparierbarkeit.

Schmelzender Permafrost im Wallis, ein rekordheisser Juni und zunehmende Starkgewitter. Die Schweiz hat diesen Sommer die Auswirkungen der Klimaerhitzung einmal mehr zu spüren gekriegt. Einmal mehr bedeutet dies auch: Die Umsetzung des 2023 verabschiedeten Klimaschutz-Gesetzes mit dem Netto-Null-Ziel 2050 und den Massnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen ist wichtiger denn je.

Das Gesetz betrifft jedoch erst den inländischen CO₂-Ausstoss. Ganze zwei Drittel unserer Emissionen sind aber importiert. Verantwortlich dafür sind unter anderem E-Commerce-Riesen wie Temu: Sie bieten Waren zu Dumpingpreisen an und exportieren diese anschliessend oft per Flugzeug in die Schweiz. Obwohl der Lufttransport rund 50 Mal mehr Emissionen verursacht als der Versand per Schiff, erreicht allein der Onlinehändler Temu gemäss eigenen Angaben ein jährliches Luftfrachtvolumen von 2 Millionen Tonnen.

Hinzu kommt eine völlige Missachtung hiesiger Regeln. Eine Recherche der Republik hat Ende 2024 aufgezeigt, wie Temu systematisch die Grenzen des fairen Wettbewerbs überschreitet und sich jeglicher Verantwortung entzieht. Temu wähnt sich als Plattform, nicht als Hersteller. Woher die Waren genau kommen, was in ihnen drin steckt und wie umweltschädlich sie sind, lässt sich kaum nachvollziehen.

Handeln ist überfällig

Die Schweiz ist mit dem Problem nicht alleine. Viele europäische Länder haben mit dieser Paketflut zu kämpfen und der Ruf nach besseren Regeln wird lauter. Die Europäische Union hat sich deshalb entschlossen, ab 2027 einen verpflichtenden digitalen Produktpass einzuführen. Dieser macht nachvollziehbar, wie umweltfreundlich die Herstellung der Produkte ist und wie sie repariert und entsorgt werden können.

In der Schweiz tut sich in diesem Bereich hingegen noch wenig. Trotz zahlreicher Beschwerden heisst es seitens Bundesrat nur: es wird beobachtet. Doch gerade jetzt ist der beste Zeitpunkt, um mehr Transparenz zu schaffen. Für über 11’000 Personen ist klar: Im Gleichschritt mit der EU soll ab 2027 der digitale Produktpass in der Schweiz eingeführt werden.

“Transparenz ist der erste Schritt in Richtung nachhaltige Wirtschaft. Die Zurückhaltung des Bundesrats ist in diesem Fall unverständlich und fahrlässig. Es geht nicht zuletzt auch um einen fairen Wettbewerb. Für importierte Güter müssen die gleichen Regeln gelten wie in der Schweiz, insbesondere bezüglich der Emissionen. Sonst untergraben wir die Bemühungen der einheimischen Wirtschaft”, so Oliver Daepp, Geschäftsleiter des Vereins Klimaschutz Schweiz.

Für Auskunft steht zur Verfügung: